Berichte von 05/2016

Mein Praktikum – Was hat das denn mit der Ausbildung eines Industriekaufmanns zu tun?

05Mai2016

Hallo zusammen! smile

Heute möchte ich euch über meinen Praktikumsplatz erzählen. Ich arbeite in einem sogenannten „Outdoor Education Centre“. Hiervon gibt es viele in Wales – aber was genau hat es damit auf sich?

Ganz einfach: Das britische Schulsystem legt Wert auf Erfahrungen, die für Schulkinder der heutigen Generation der Smartphones und Spielekonsolen nicht mehr alltäglich und selbstverständlich sind. Besonders genutzt werden soll bei diesen Erfahrungen die Natur, die in Wales besonders geeignet ist. An meinem Arbeitsplatz betreue ich also Schulkinder, welche mit ihren Klassen auf Ausflügen in Wales unterwegs sind. In den meisten Fällen handelt es sich um Klassenfahrten, bei denen die Kinder von montags bis freitags in dem „OE Centre“ hausen. Das Gelände hier hat eine Fläche von circa 50.000 Quadratmetern und darüber hinaus nutzen wir die bergigen Landschaften sowie Flüsse des Umlandes. Außerdem arbeite ich jede zweite Woche mit Dave, dem „maintenance guy“, zu Deutsch „Hausmeister“, wobei ich sagen muss „Mann für alles“ beschreibt es eher, zusammen.

Wer mich persönlich kennt oder meinen ersten Blog gelesen hat, der wird sich nun vermutlich fragen: „Was hat das mit der Ausbildung eines Industriekaufmanns zu tun?“. Diese Frage habe ich mir schon des Öfteren anhören dürfen, deshalb beantworte ich sie für euch auch nochmal kurz und knackig: Ein Bürojob würde die Kommunikation in englischer Sprache zu kurz kommen lassen und es geht bei meinem Auslandsaufenthalt darum, dass ich mich sprachlich verbessere. Außerdem wird mir so die Möglichkeit gegeben, viele neue persönliche Erfahrungen in anderen Bereichen zu sammeln! Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass die Wahl des Praktikumplatzes die richtige Entscheidung war – ich bin aktiv eingebunden und habe mich sprachlich bereits stark verbessern können.

Aber zurück zu den Aufgaben, die ich wöchentlich wahrnehme: Wenn ich mit Dave unterwegs bin, erledigen wir alles, was auf einem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück an Aufgaben anfällt. Im Garten schneiden wir beispielsweise Hecken (das Ganze soll natürlich die Ordentlichkeit eines Englischen Gartens aufweisen), mähen den Rasen, pflegen die Blumen oder fällen abgestorbene Bäume. Darüber hinaus haben wir beispielsweise auch schon eine neue Parkplatzfläche errichtet. Irre, was man von Dave alles lernen kann! Wenn ich wieder zuhause bin, kann ich vermutlich im Garten- und Landschaftsbau aktiv werden...

Des Weiteren kümmern wir uns um die Unterkunft. Auch hier fallen eine Menge Aufgaben an, da die bis zu 100 untergebrachten Kinder es jede Woche schaffen, irgendetwas zu verwüsten. Wir haben unter anderem neue Betten gebaut, Wasserhähne ausgetauscht und Küchengeräte repariert.

In meinem Outdoor-Part betreue und leite ich die Gruppen während der Ausflüge, beantworte die vielen Fragen der Kinder und sorge für deren Sicherheit.

An Ausflügen stehen jede Woche beispielsweise Wanderungen, Kanu-Touren, Klettern und Abseilen an bis zu 17 Meter hohen Felswänden oder aber Floß-Bauen auf dem Programm. Das Highlight, bei dem auch ich an meine Grenzen gehen muss, ist jedoch das sogenannte „Gorge-Walking“. Hier wandern wir durch Flüsse – bei Außentemperaturen um die zehn Grad und einer Wassertemperatur von circa sieben Grad definitiv kein Zuckerschlecken. Jetzt weiß ich auch, wovon man redet, wenn man sagt, dass die Briten „hart im Nehmen“ sind.

Ich hoffe, dass ihr nun einen kleinen Einblick in meine Tätigkeiten hier gewinnen konntet. Wenn jemand fragen hat, kann er diese gerne in den Kommentaren stellen oder wie gehabt, mir persönlich schreiben. smile

 

Eine Panorama-Aufnahme des Bryntisilio Outdoor Education Centres, in dem die Schüler untergebracht sind 

Ein Foto von mir, welches während einer unserer Kletterausflüge entstanden ist  Gemeinsame Tätigkeit mit Dave: Ein Bett aufbauen

Die Anreise – Flugzeug oder Auto?

27Mai2016

Hallo zusammen! smile

Ganz nach dem Motto „besser spät als nie“ hier nun ein kleiner Beitrag zum Thema Anreise: Ich konnte mich entscheiden, ob ich mit dem Auto anreisen möchte oder doch den Flug bevorzuge. Nach einigen Überlegungen entschied ich mich für die Autofahrt. Mit Marvin habe ich auch einen super Mitfahrer gefunden, dank dem die dreizehnstündige Anreise nicht langweilig war! smile

Die Gründe, weshalb wir uns diese lange Reise „zugemutet“ haben, liegen auf der Hand: Zum einen profitierten wir vom Stauraum. Wo die fliegenden Austauschstudenten nur 20 bis 23 Kilogramm und ein Handgepäck mitnehmen konnten, haben wir uns das Auto vollgepackt und hatten so alles dabei, was wir brauchten. Wir mussten nicht extra vor Ort shoppen gehen (was wir allerdings dank eines riesigen Outlets trotzdem getan haben). Des Weiteren ist die Anreise mit dem Auto, insbesondere, wenn man sie durch zwei Personen teilt, um einiges günstiger als das Fliegen. Zu guter Letzt, der meiner Meinung nach größte Vorteil: Wir sind mobil! Egal wo wir hinwollen, wir können dort hin. Wir sind total frei und haben so die Möglichkeit an den Wochenenden durch ganz Großbritannien zu reisen. wink

Voraussetzung für die Anreise mit dem Auto ist natürlich ein langstreckentaugliches Auto zu haben. Außerdem sollte sich im Voraus erkundigt werden, ob es Parkmöglichkeiten gibt. Da beide Voraussetzungen erfüllt waren, fuhren wir also mit dem Auto.

Zum Linksverkehr kann ich sagen, dass wir von der Fähre kommend, quasi „ins kalte Wasser geschmissen“ wurden. Es ist aber um einiges leichter, als ich es mir vorgestellt hatte und bis jetzt gab es noch keine Probleme. Hoffen wir mal, dass es so bleibt!

Auch wenn es mir jetzt schon ein bisschen vor der Länge der Rückfahrt graut: Müsste ich mich nochmal entscheiden, würde ich wieder mit dem Auto fahren!