Vorwort: Bald geht es los...

27März2016

Hallo Familie, Freunde und sonstige Mitlesende. smile

Auf diesem Blog werdet ihr in den nächsten drei Monaten meinen Auslandsaufenthalt in Wales verfolgen können. Dieser findet im Rahmen meiner Ausbildung zum Industriekaufmann EU statt.

Falls ihr mal eine Frage haben solltet, könnt ihr mich natürlich gerne kontaktieren.

Beste Grüße,

Jona

Vorbereitung auf das Abenteuer

01April2016

Hallo zusammen! smile

Die letzten Vorbereitungen laufen, am Samstag (02.04.2016) geht die Reise los!

Ich kann sagen, dass ich mich durchaus gut vorbereitet fühle. Das einzig Fehlende, die Kreditkarte, ist nun auch endlich angekommen. Außerdem habe ich schon ein paar britische Pfund getauscht, um direkt bei Ankunft liquide zu sein, da ich sicher nach einer dreizehnstündigen Reise andere Bedürfnisse haben werde, als erst einmal Geld zu tauschen.

Meine wichtigsten Dokumente, wie Ausweis oder Impfpass, sind auch soweit beisammen und die Koffer sind bis auf letzte Kleinigkeiten gepackt.

Heute habe ich mit Marvin, einem Freund aus der Berufsschule, mit dem ich gemeinsam in meinem Auto nach Wales fahre, den Kofferraum probeweise beladen. Er ist zwar sehr voll, aber es passt alles! Ein wahres Raumwunder, dieser kleine VW Up!

Die Fähre haben wir auch gebucht – sie geht von Calais nach Dover. Allerdings schon um 10.55 Uhr, weshalb ich Marvin um vier Uhr morgens abholen werde. Eine kurze Nacht, aber dafür werden wir voraussichtlich um 16 Uhr in unserem „neuen Zuhause“ ankommen, sodass wir noch etwas vom Tag haben werden. smile

Zum Schluss noch etwas aus der emotionalen Ecke: Ich bin zwar auf der einen Seite etwas traurig, Familie und Freunde in den nächsten drei Monaten nicht sehen zu können, freue mich aber auch riesig auf meine Zeit im fremden Land! Ich gehe davon aus, dass ich viele Erfahrungen sammeln, neue Leute kennenlernen und mein Englisch verbessern werde.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Blogbeitrag. wink

Die ersten zwei Wochen – WOW!

19April2016

Hallo zusammen! smile

Um meine ersten zwei Wochen mit einem Wort zu beschreiben: Wow! Ich habe schon so viel erlebt und tolle Menschen kennenlernen dürfen, das ist unglaublich!

Aber fange ich am besten vorne an: Ich wohne in einem Studentenwohnheim in Wrexham, im Norden von Wales. Die Stadt ist eine ehemalige Industriestadt und sieht auch dementsprechend aus – es ist nicht besonders schön, aber es lässt sich hier gut leben. Zumal das Wohnheim sehr zentral liegt und alle benötigten Läden für die täglichen Konsumgüter nur fünf Minuten entfernt sind. Das Studentenwohnheim wurde 2011 erbaut und ist somit, meiner Vermutung nach, das modernste Gebäude der Stadt! Es liegt direkt neben dem Stadion des lokalen Fußballvereins „AFC Wrexham“ – ich muss zugeben, eine tolle Location hier. Ich lebe mit sechs weiteren Studenten auf einer Etage im Wohnheim. Die Gemeinschaftsküche teilen wir uns also zu siebt. Das ist gut, so hat man immer Unterhaltung und kann auch mal gemeinsam kochen. laughing

Nun zu den vergangen zwei Wochen:

Die erste Woche habe ich mit anderen Austauschschülern aus meiner Berufsschulklasse einen Sprachkurs an der „Mulberry School of English“ absolviert. Unser Lehrer, Cally, war super nett und sehr engagiert, uns neben den Redewendungen des Alltags (ohne die man hier nur schwierig überleben kann…) auch direkt britische Traditionen und die besten Pubs der Stadt näherzubringen.

Seit der zweiten Woche arbeite ich in meinem Praktikumsplatz als „Outdoor Education Trainer“. Was genau es dabei auf sich hat, werde ich aber in einem anderen Blogbeitrag erläutern.

Nun zum eigentlichen Highlight: Ich war viel unterwegs und eine Pub-Geschichte möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten: Samstagabend, 09. April 2016. Meine Freunde und ich haben die Idee, ein Bierchen in einem der vielen Pubs zu trinken. Nach einer Weile kommen wir mit einigen Walisern unserer Altersgruppe ins Gespräch. Wie es nunmal so ist, spielt auch das Thema „Fußball“ und der FC Liverpool eine Rolle. Ich erwähne, dass ich alles versucht habe um an Tickets für ein Heimspiel der „Reds“ zu bekommen, allerdings alle Spiele bis zum Saisonende restlos ausverkauft sind. Einer der Waliser, Richard, sagt, dass seine Familie mehrere Dauerkarten habe und er sich ja bei mir melden könnte, sobald eine Karte mal „übrig“ sei. Ich mache mir zwar nicht allzu viele Hoffnungen, wir tauschen aber trotzdem Handynummern aus.

Einige Bierchen später geht es dann nach Hause. Als ich am nächsten Morgen aufwache und die Neuigkeiten auf meinem Smartphone checke, kann ich es gar nicht glauben: Richard hat mir geschrieben, dass er seine Karte für das Spiel gegen Stoke City an mich abtreten würde. Das Spiel findet am selben Tag statt, und so kommt es, dass ich einige Stunden später mit Richards Vater im Auto sitze, auf dem Weg ins circa 70 Kilometer entfernte Liverpool.

Richards Vater Brian erzählt mir, dass er während seines Studiums ein Semester in Deutschland verbracht hat. Er ist sehr interessiert und wir unterhalten uns sehr ausführlich.

Im Stadion angekommen dann die größte Überraschung: mein Sitzplatz befindet sich circa fünf Reihen hinter den Auswechselspielern. Ein phänomenaler Platz in einem super Stadion mit grandioser Atmosphäre. Liverpool gewinnt 4:1. Meine Erwartungen sind weit übertroffen.

Ein Foto von mir im Anfield, dem Stadion eines der traditionsreichsten Fußballclubs der Welt, dem FC Liverpool

Für einen fußballbegeisterten Menschen wie mich war dieses Erlebnis die Erfüllung eines Traums, ermöglicht durch die offenherzige, gastfreundliche Art der Briten!

 

Mein Praktikum – Was hat das denn mit der Ausbildung eines Industriekaufmanns zu tun?

05Mai2016

Hallo zusammen! smile

Heute möchte ich euch über meinen Praktikumsplatz erzählen. Ich arbeite in einem sogenannten „Outdoor Education Centre“. Hiervon gibt es viele in Wales – aber was genau hat es damit auf sich?

Ganz einfach: Das britische Schulsystem legt Wert auf Erfahrungen, die für Schulkinder der heutigen Generation der Smartphones und Spielekonsolen nicht mehr alltäglich und selbstverständlich sind. Besonders genutzt werden soll bei diesen Erfahrungen die Natur, die in Wales besonders geeignet ist. An meinem Arbeitsplatz betreue ich also Schulkinder, welche mit ihren Klassen auf Ausflügen in Wales unterwegs sind. In den meisten Fällen handelt es sich um Klassenfahrten, bei denen die Kinder von montags bis freitags in dem „OE Centre“ hausen. Das Gelände hier hat eine Fläche von circa 50.000 Quadratmetern und darüber hinaus nutzen wir die bergigen Landschaften sowie Flüsse des Umlandes. Außerdem arbeite ich jede zweite Woche mit Dave, dem „maintenance guy“, zu Deutsch „Hausmeister“, wobei ich sagen muss „Mann für alles“ beschreibt es eher, zusammen.

Wer mich persönlich kennt oder meinen ersten Blog gelesen hat, der wird sich nun vermutlich fragen: „Was hat das mit der Ausbildung eines Industriekaufmanns zu tun?“. Diese Frage habe ich mir schon des Öfteren anhören dürfen, deshalb beantworte ich sie für euch auch nochmal kurz und knackig: Ein Bürojob würde die Kommunikation in englischer Sprache zu kurz kommen lassen und es geht bei meinem Auslandsaufenthalt darum, dass ich mich sprachlich verbessere. Außerdem wird mir so die Möglichkeit gegeben, viele neue persönliche Erfahrungen in anderen Bereichen zu sammeln! Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass die Wahl des Praktikumplatzes die richtige Entscheidung war – ich bin aktiv eingebunden und habe mich sprachlich bereits stark verbessern können.

Aber zurück zu den Aufgaben, die ich wöchentlich wahrnehme: Wenn ich mit Dave unterwegs bin, erledigen wir alles, was auf einem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück an Aufgaben anfällt. Im Garten schneiden wir beispielsweise Hecken (das Ganze soll natürlich die Ordentlichkeit eines Englischen Gartens aufweisen), mähen den Rasen, pflegen die Blumen oder fällen abgestorbene Bäume. Darüber hinaus haben wir beispielsweise auch schon eine neue Parkplatzfläche errichtet. Irre, was man von Dave alles lernen kann! Wenn ich wieder zuhause bin, kann ich vermutlich im Garten- und Landschaftsbau aktiv werden...

Des Weiteren kümmern wir uns um die Unterkunft. Auch hier fallen eine Menge Aufgaben an, da die bis zu 100 untergebrachten Kinder es jede Woche schaffen, irgendetwas zu verwüsten. Wir haben unter anderem neue Betten gebaut, Wasserhähne ausgetauscht und Küchengeräte repariert.

In meinem Outdoor-Part betreue und leite ich die Gruppen während der Ausflüge, beantworte die vielen Fragen der Kinder und sorge für deren Sicherheit.

An Ausflügen stehen jede Woche beispielsweise Wanderungen, Kanu-Touren, Klettern und Abseilen an bis zu 17 Meter hohen Felswänden oder aber Floß-Bauen auf dem Programm. Das Highlight, bei dem auch ich an meine Grenzen gehen muss, ist jedoch das sogenannte „Gorge-Walking“. Hier wandern wir durch Flüsse – bei Außentemperaturen um die zehn Grad und einer Wassertemperatur von circa sieben Grad definitiv kein Zuckerschlecken. Jetzt weiß ich auch, wovon man redet, wenn man sagt, dass die Briten „hart im Nehmen“ sind.

Ich hoffe, dass ihr nun einen kleinen Einblick in meine Tätigkeiten hier gewinnen konntet. Wenn jemand fragen hat, kann er diese gerne in den Kommentaren stellen oder wie gehabt, mir persönlich schreiben. smile

 

Eine Panorama-Aufnahme des Bryntisilio Outdoor Education Centres, in dem die Schüler untergebracht sind 

Ein Foto von mir, welches während einer unserer Kletterausflüge entstanden ist  Gemeinsame Tätigkeit mit Dave: Ein Bett aufbauen

Die Anreise – Flugzeug oder Auto?

27Mai2016

Hallo zusammen! smile

Ganz nach dem Motto „besser spät als nie“ hier nun ein kleiner Beitrag zum Thema Anreise: Ich konnte mich entscheiden, ob ich mit dem Auto anreisen möchte oder doch den Flug bevorzuge. Nach einigen Überlegungen entschied ich mich für die Autofahrt. Mit Marvin habe ich auch einen super Mitfahrer gefunden, dank dem die dreizehnstündige Anreise nicht langweilig war! smile

Die Gründe, weshalb wir uns diese lange Reise „zugemutet“ haben, liegen auf der Hand: Zum einen profitierten wir vom Stauraum. Wo die fliegenden Austauschstudenten nur 20 bis 23 Kilogramm und ein Handgepäck mitnehmen konnten, haben wir uns das Auto vollgepackt und hatten so alles dabei, was wir brauchten. Wir mussten nicht extra vor Ort shoppen gehen (was wir allerdings dank eines riesigen Outlets trotzdem getan haben). Des Weiteren ist die Anreise mit dem Auto, insbesondere, wenn man sie durch zwei Personen teilt, um einiges günstiger als das Fliegen. Zu guter Letzt, der meiner Meinung nach größte Vorteil: Wir sind mobil! Egal wo wir hinwollen, wir können dort hin. Wir sind total frei und haben so die Möglichkeit an den Wochenenden durch ganz Großbritannien zu reisen. wink

Voraussetzung für die Anreise mit dem Auto ist natürlich ein langstreckentaugliches Auto zu haben. Außerdem sollte sich im Voraus erkundigt werden, ob es Parkmöglichkeiten gibt. Da beide Voraussetzungen erfüllt waren, fuhren wir also mit dem Auto.

Zum Linksverkehr kann ich sagen, dass wir von der Fähre kommend, quasi „ins kalte Wasser geschmissen“ wurden. Es ist aber um einiges leichter, als ich es mir vorgestellt hatte und bis jetzt gab es noch keine Probleme. Hoffen wir mal, dass es so bleibt!

Auch wenn es mir jetzt schon ein bisschen vor der Länge der Rückfahrt graut: Müsste ich mich nochmal entscheiden, würde ich wieder mit dem Auto fahren!

Die schönsten Landschaften…

10Juni2016

Hallo zusammen! smile

In den vergangenen Wochen habe ich mit meinen Freunden viele Wochenendausflüge unternommen. Heute möchte ich euch von zwei ganz besonderen Kulturausflügen in die wunderschönen Landschaften von Wales berichten.

1) Castell Dinas Bran

Zum einen hat es mir ein Ausflug zu einer Burgruine sehr angetan. Die Burgruine „Dinas Bran“ liegt auf dem Berg „Dee“ im beschaulichen Ort Llangollen. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und kurze Zeit später wieder niedergebrannt und den noch vorhandenen Ruinenmauern sieht man ihr Alter deutlich an. Sehr erstaunlich ist die hier herrschende ganz spezielle, ich würde fast sagen magische Atmosphäre der Freiheit auf dem Berg Dee.

Eine Panorama-Aufnahme mit Ausblick vom Berg Dee, rechts im Bild sind einige Ruinenteile zu sehen

Marvin, Marvin und ich genießen den Ausblick vom Berg Dee

2) Nationalpark Snowdonia

Absolut sehenswert ist auch der Nationalpark „Snowdonia“. Hier findet man eine sehr große Fläche atemberaubender, unberührter Natur vor. Falls es jemanden mal nach Wales vertreibt: Ein Besuch im Nationalpark ist absolut empfehlenswert!

 Abschließend kann ich festhalten: Wenn das Land Wales für etwas bekannt ist, dann für seine schönen Landschaften. Und wenn es für etwas noch bekannter sein sollte, dann für die schönen Landschaften. Es ist wirklich unglaublich, wie schöne Flecken der Erde sich in diesem winzigen Land befinden.

Aufgenommen im Nationalpark SnowdoniaEine weitere Landschaftsaufnahme aus dem Nationalpark

 

Die Fußball Europameisterschaft

25Juni2016

Hallo zusammen! smile

Da internationale Turniere wie etwa die Fußball Europa- und Weltmeisterschaften bei uns in Deutschland dafür bekannt sind, Nationen zusammenzuschweißen, ist es sehr interessant, solch ein riesiges Event in einem „fremden“ Land zu erleben. Die Vorrunde ist nun bereits gespielt und die Waliser, die übrigens zum Großteil mindestens so fußballverrückt sind wie ich, haben bis jetzt ein gutes Turnier gespielt. In den Pubs war immer eine super Atmosphäre, die ich so bisher nicht kannte. Alt und Jung gucken jedes Spiel gemeinsam in den diversen Pubs. Bei den Toren für Wales fliegt teilweise das Bier durch die Räumlichkeiten und die Zufriedenheit ist aus jedem einzelnen Gesicht abzulesen. Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man bei einigen auch einen gewissen Stolz. wink Die Wales-Spiele habe ich gemeinsam mit Steve geguckt, einem Rentner, der mir während der Spiele immer noch eine Menge beigebracht hat. Ein super Typ, den ich zufällig im Pub kennengelernt habe!

Übrigens: Ich war bei zwei Spielen von Wales live im Interview bei SPORT1.fm, weil auch von deren Seite reges Interesse bezüglich der Stimmung hier, angesichts der grandiosen EM der Waliser, bestand. smile

Ein gefülltes Pub: Die Waliser fiebern mit ihrer Mannschaft mit

Home, sweet home!

30Juni2016

Hallo zusammen! smile

Mein Auslandsabenteuer ist nun vorüber und ich bin heile zu Hause angekommen!

Abschließend möchte ich euch noch ein kleines Fazit mitteilen: Es war definitiv eine super Zeit mit Höhen und Tiefen, die ich aber auf keinen Fall missen will. Ich konnte mich persönlich super weiterentwickeln, mein Englisch stark verbessern und habe viele nette Menschen und eine neue Kultur kennenlernen dürfen.

Mein Rat an jeden, der die Chance auf einen Auslandsaufenthalt haben sollte: Take it! wink

Von meiner Seite aus auch ein Dankeschön an alle Leute, die mich stets unterstützt haben und die Leute, die den Aufenthalt erst ermöglicht haben.

Falls von euch Mitlesenden noch jemand Fragen haben sollte, könnt ihr mich nach wie vor über das Kontaktformular kontaktieren.

 

 

 

 

 

 

In diesem Sinne: Goodbye Wales, I'll be back!

Beste Grüße,

Jona